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Gesundheit6 Min. LesezeitDr. Katrin LohmannAktualisiert 2026-08-20

Formeln fuer das Idealgewicht: Devine, Hamwi und was sie wirklich aussagen

Idealgewichtsformeln liefern aus der Koerpergroesse schnell eine Zielzahl, wurden aber fuer einen engen Zweck entwickelt. So funktionieren sie und wo sie versagen.

Formeln fuer das Idealgewicht: Devine, Hamwi und was sie wirklich aussagen

Der Gedanke an ein Idealgewicht ist verlockend, weil er eine komplizierte Frage auf eine einzige Zahl reduziert. Man gibt die Koerpergroesse ein, erhaelt ein Gewicht und hat ein Ziel. Am haeufigsten begegnen Ihnen die Formeln von Devine und Hamwi, und beide tun genau das. Selten wird jedoch erwaehnt, dass diese Formeln nie einen gesunden oder attraktiven Koerper beschreiben sollten. Sie waren Werkzeuge fuer sehr spezielle klinische Aufgaben, und diese Geschichte erklaert ihren Nutzen und ihre Grenzen.

Wie die Formeln von Devine und Hamwi funktionieren

Die Hamwi-Formel erschien 1964 als schnelle Methode am Krankenbett. Fuer Maenner setzt sie 48 Kilogramm fuer die ersten 152 Zentimeter an und addiert dann 2,7 Kilogramm je weitere 2,5 Zentimeter. Fuer Frauen beginnt sie bei 45,5 Kilogramm und addiert 2,2 Kilogramm je 2,5 Zentimeter. Die Devine-Formel von 1974 arbeitet gleich, nur mit leicht anderen Werten: 50 Kilogramm plus 2,3 Kilogramm pro 2,5 Zentimeter ueber 152 Zentimeter bei Maennern und 45,5 Kilogramm mit demselben Zuwachs bei Frauen.

  • Devine, Maenner: 50 kg + 2,3 kg je 2,5 cm ueber 152 cm.
  • Devine, Frauen: 45,5 kg + 2,3 kg je 2,5 cm ueber 152 cm.
  • Hamwi, Maenner: 48 kg fuer die ersten 152 cm + 2,7 kg je 2,5 cm.
  • Hamwi, Frauen: 45,5 kg fuer die ersten 152 cm + 2,2 kg je 2,5 cm.
1974
Jahr der Devine-Formel, urspruenglich zur Berechnung von Medikamentendosen
Mayo Clinic

Was die Formeln nicht erfassen

Die Koerpergroesse ist die einzige Eingabe. Zwei gleich grosse Menschen erhalten dasselbe Idealgewicht, auch wenn der eine ein schlanker Laeufer ist und der andere deutlich mehr Fett und weniger Muskeln traegt. Die Formeln sehen die Koerperzusammensetzung nicht. Eine muskuloese Person kann weit ueber ihrer Formelzahl liegen und sehr gesund sein, waehrend jemand mit wenig Muskelmasse genau auf dem Zielwert liegt und trotzdem zu viel Fett hat.

  • Muskeln wiegen bei gleichem Volumen mehr als Fett, deshalb gelten Sportler als uebergewichtig.
  • Koerperbau und Knochendichte werden voellig ignoriert.
  • Altersbedingte Veraenderungen von Muskel und Fett bleiben unberuecksichtigt.
  • Die Formeln wurden vor allem an Erwachsenen entwickelt, nicht an Kindern oder sehr alten Menschen.

Wie Sie die Zahl sinnvoll nutzen

Sehen Sie das Idealgewicht als groben Anhaltspunkt fuer die Planung, nicht als Ziellinie. Zur groben Ausrichtung ist es brauchbar, aber ergaenzen Sie es durch das Verhaeltnis von Taille zu Koerpergroesse und, wenn moeglich, eine Schaetzung des Koerperfetts. Fortschritte bei Kraft, Energie und Beweglichkeit zaehlen mehr als eine bestimmte Zahl aus einer alten Formel.

0,5
Schwellenwert fuer das Verhaeltnis von Taille zu Koerpergroesse, ein besserer Alltagscheck als ein einzelnes Zielgewicht
NHS

Häufig gestellte Fragen

Keine ist fuer die allgemeine Gesundheit klar genauer, da beide nur die Koerpergroesse nutzen. Sie liefern aehnliche Werte und sollten als grobe Schaetzungen gelten.
Ja. Muskuloese und sportliche Menschen liegen oft ueber ihrem Formelwert und haben dennoch wenig Koerperfett und gute Gesundheit. Die Zahl misst die Koerperzusammensetzung nicht.
Es kann eine grobe Richtung geben, doch das Verhaeltnis von Taille zu Koerpergroesse und die Koerperzusammensetzung sind nuetzlicher. Setzen Sie auf nachhaltige Gewohnheiten.